Arbeitskreis andere Geschichte e.V.

Blick auf die Landtagstribüne mit uniformierten SA-Leuten als Zuhörern

Foto: Niedersächsisches Landesarchiv - Staatsarchiv Wolfenbüttel 50 Slg 95.

In dem im Staatsarchiv Wolfenbüttel archivierten Album sind einige Fotografien der Landtagssitzung am 14.3.1933 enthalten. An den Beratungen dieser Sitzung nahmen sozialdemokratische und kommunistische Abgeordnete erstmals nicht mehr teil. Nach Zeitungsberichten hatte vor Sitzungsbeginn auf dem Platz vor dem Landtag eine SS-Kapelle Marschmusik gespielt und es hatte sich eine große Menschenmenge versammelt. Reguläre Polizei und Hilfspolizisten aus SA, SS und Stahlhelm bewachten das Gebäude und nahmen eine genaue Ausweiskontrolle beim Betreten vor. Wie die Landeszeitung berichtete, sei der frühere SPD-Ministerpräsident Heinrich Jasper im Landtagsgebäude gesehen worden, hätte das Gebäude aber vor der Sitzung wieder verlassen. Landtagspräsidenten Zörner war eine Erklärung der SPD-Abgeordneten übergeben worden, dass die Fraktion der Sitzung fernblieb, weil sie angesichts der unzähligen Terrorakte der vorangegangenen Tage eine sachliche Verhandlung im Landtag für ausgeschlossen hielt. Die NSDAP-Anhänger quittierten dieses Fernbleiben mit höhnischen Bemerkungen über die „Feigheit“ der sozialdemokratischen Abgeordneten.

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Kommentare

Beiträge 1 - 2 von 2

Mittwoch, 28.08.13 11:08

Frank Ehrhardt

Wenn ich mich richtig erinnere, gibt das Album keine Auskunft, wozu diese Markierungen angebracht sind. Ich werde bei Gelegenheit aber noch einmal nachsehen.

Mittwoch, 14.08.13 17:45

Mareike B

Guten Tag,
bei dem letzten Bild in dieser Reihe sind zwei, vielleicht auch mehr, Abgeordnete markiert? Welche Bedeutung haben die Markierungen?
Mit freundlichen Grüßen
MB