Marsch durch die Arbeiterquartiere

Der Marsch von 5500 uniformierten NSDAP-Angehörigen und 2500 Stahlhelm-Anhängern begann nicht zufällig auf dem Wollmarkt und führte nicht ohne Grund durch die Lange Straße, und später durch die Ritter- und Friesenstraße. Alle diese engen Altstadtquartiere waren Wohnstätten der Arbeiterschaft und bei der letzten Wahl der Weimarer Republik Hochburgen von SPD und KPD. Bei früheren Aufmärschen der SA waren die Quartiere von der Polizei  abgeschirmt worden, um die Straßenauseinandersetzungen zu vermeiden. Inzwischen war die Gleichschaltung der Polizei so weit vorangeschritten, dass sie in Konfliktvermeidung nicht mehr ihre Aufgabe sah. Die Fotografie signalisiert insofern eine geänderte Situation Anfang 1933: Die Polizei schützte nun die provokativen Aufmärsche der neuen Machthaber mit der Waffe in der Hand. Eiserner Wille zwang von vorneherein gefährliche Regungen des Hasses nieder", schrieb die Braunschweiger Landeszeitung zustimmend.